Q11 - Biotechnologievortrag

ProfiS – Professoren in die Schulen
Vortrag in der Q11 zum Thema „Biotechnologie, Umwelt und der ganze Rest“
Text: StDin C. Breutel-Egner

Am Freitag, den 16.03.18, hielt Herr Dr.-Ing. Holger Hübner vom Lehrstuhl Bioverfahrenstechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in den Q11-Biologiekursen 1B1 und 1B2 einen Vortrag über das Thema „Biotechnologie, Umwelt und der ganze Rest“.

Dieser Vortrag ist ein Bestandteil des ProfiS-Programmes der technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, in welchem Professorinnen und Professoren des Departments Chemie- und Bioingenieurwissenschaften anbieten, Schulen zu besuchen und Vorträge über Themen ihrer aktuellen Forschung zu halten.

Herr Dr. Hübner informierte die interessierten Schülerinnen und Schüler auf sehr anschauliche und kurzweilige Weise zunächst darüber, welche Gefahren vom Gentransfer zwischen „wildfremden Spezies“ in der Natur tatsächlich ausgehen (können).

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Im Anschluss daran erläuterte er, ob die Zahl der gegen Antibiotika resistenten Keime tatsächlich zunimmt, wo diese entstehen, wie man sie wieder „loswerden“ könnte und warum die Verschreibungspraxis der Ärzte mit dieser Entwicklung eher weniger zu tun hat. In diesem Zusammenhang erstaunten einzelne Fakten, wie beispielsweise, dass heute auf allen Fleischsorten – auch Biofleisch! – resistente Keime vorhanden sind oder dass Antibiotika „indirekt dick machen“, die Zuhörer. Ebenso beeindruckt war das Auditorium von der Erkenntnis, dass das in den Medien immer wieder heraufbeschworene „Superbakterium“ unter natürlichen Umständen kaum entstehen bzw. sich vermehren kann, da die hierfür nötige zusätzliche Menge an Erbinformation in evolutiven Prozessen negativ selektiert wird. Dies hat sich laut Herrn Hübner unter Laborbedingungen immer wieder bestätigt, da eine Vermehrung von Bakterien mit mehr als 5 bis 6 Plasmiden, welche für die Übertragung von Resistenzfaktoren verantwortlich sind, kaum noch möglich ist.

Im Laufe seines Vortrages gelang es dem Referenten, den Schülerinnen und Schülern immer wieder vor Augen zu führen, dass die in den unterschiedlichsten Medien vertretenen Ansichten nicht immer mit den wissenschaftlichen Daten übereinstimmen oder zumindest nur einen Ausschnitt der wissenschaftlichen Zusammenhänge wiedergeben. Die in den Vortrag eingebauten Schätzfragen zum Mitmachen erlaubten eine gewisse Eigenkontrolle der Zuhörer und am Schluss wurden die „Besten“ jeweils mit einer Schachtel Schokoküsse prämiert, was natürlich den Sportsgeist der Schülerinnen und Schüler weckte!

Alle Beteiligten sind sich einig, in diesen zwei Schulstunden sehr viel über die Arbeitsweisen, Projekte und die Bedeutung der Biotechnologie anhand konkreter, aktueller Problemstellungen gelernt zu haben. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Dr. Hübner für seinen lockeren und dabei unglaublich informativen und beeindruckenden Vortrag!