Chinesisch

China-Austausch 2017

Vom 04. bis 18. April besuchten 14 Schüler und die Begleitlehrkräfte OStD Dieter Theisinger, StDin Corinna Frühwirth-Haberler und Yan Both das Land der Mitte. Als Vorbereitung dafür besuchten wir, Schüler, in den letzten Wochen vor der Reise den Chinesisch-Crashkurs von Frau Both, in dem wir ein paar wichtige Sätze und Verhaltensregeln lernten.

Dann ging es endlich los: Wir landeten nach einem 10-stündigen Flug am nächsten Tag nachmittags in Shanghai und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Zuerst fuhren wir mit dem Hochgeschwindigkeitszug (Maglev) und mit der Metro zu unserem Hostel und durften dabei das lebendige Leben in der U-Bahn und auf den Straßen beobachten. Nachdem die Zimmer verteilt und bezogen waren, machten wir uns auf, um unser erstes von vielen leckeren gemeinsamen Mahlzeiten in einem einheimischen Nudelrestaurant zu genießen. Als wäre der Tag nicht schon aufregend genug, besuchten wir abends noch den Bund mit den wunderschönen Gebäuden aus der vergangenen Kolonialzeit und sahen auf der gegenüberliegenden Seite das Finanzviertel Pudong, mit der weltberühmten Skyline von Shanghai in vielen verschiedenen Farben strahlen.

 

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Am nächsten Morgen besuchten wir dann die Firma „Start up Factory“, die deutschen mittelständischen Firmen hilft, einen Standort in China zu errichten und Eingang zum chinesischen Markt zu finden. Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Fake Market, der sich in einer U-Bahnstation befindet, und bei dem wir uns, mal mehr, mal weniger erfolgreich beim Feilschen von Winkekatzen, T-Shirts, Handtaschen, Schuhen und anderen Souvenirs versuchten. Am nächsten Tag besuchten wir im ehemals jüdischen Viertel das Museum in der ehemaligen Ohel-Moishe-Synagoge, das uns die Geschichte vieler emigrierter Juden aus Nazideutschland nahe brachte. Anschließend besichtigten wir die Shanghaier Altstadt mit der berühmten Zickzackbrücke und dem traumhaften Yu Garten und erklommen einen der vielen Wolkenkratzer, den Pearl Tower, in Pudong, um von dort die Aussicht aus fast 400 Metern Höhe zu genießen.

Dann kamen auch schon die Tage, die viele von uns etwas nervös machten: der Besuch bei den Austauschpartnerfamilien. Nach fünf Stunden Busfahrt erreichten wir die für chinesische Verhältnisse „kleine“ Stadt Linhai mit knapp 1,1 Millionen Einwohnern. Das erste gemeinsame Essen mit den Gasteltern war zwar köstlich, machte aber auch klar, dass in China andere Manieren an den Tag gelegt werden: Schlingen, Schlürfen, Schmatzen, Rülpsen. Was zu Hause für Empörung und Streit sorgt, ist in China eben beim Essen normal. In den nächsten Tagen machten wir zusammen Ausflüge in die Berge, welche trotz durchwachsenem Wetter, atemberaubend schön waren und wanderten auf der alten Stadtmauer, die auch als südliche Chinesische Mauer bezeichnet wird. In der Altstadt Linhais sahen wir alte Handwerkskunst. Auch eine Teeplantage in den Bergen durften wir besichtigen, bei der auch das obligatorische Teetrinken seinen Platz hatte. Wir besuchten die Schule und waren im Nu umringt von chinesischen Schülern, die unbedingt Fotos mit uns machen wollten. In deutsch-chinesischen Kleingruppen erarbeiteten wir unser gewähltes Thema (Kennenlernen von deutscher und chinesischer Kultur, Stadtbesichtigung mit geschichtlichem Hintergrund, Vorstellung von Berufen und örtlichen Unternehmen) und stellten unsere recherchierten Ergebnisse bei einem gemeinsamen Abend vor, der bei chinesischen Snacks und deutschen Süßigkeiten mit musikalischen Darbietungen aus beiden Ländern sein Ende fand.

Auch eine Hochzeit stand auf dem Plan, zu der uns eine Gastfamilie spontan eingeladen hatte, so dass wir Zeugen einer waschechten chinesischen Hochzeitsfeier wurden. Wir, die Langnasen, so wie uns alle im Spaß dort bezeichneten, sangen gemeinsam auf der Bühne das Lied „Halleluja“ zu Ehren des Brautpaares und durften als „Ehrengäste“ so viel essen und trinken wie wir wollten. Einer alten Tradition zufolge wurden dort auch alle Hochzeitsgäste mit Paketen von Süßigkeiten beschenkt.

Nach nur ein paar Tagen hieß es auch schon wieder Abschied nehmen von den freundlichen Gasteltern und Austauschpartnern. Wir mussten schließlich weiter zur nächsten Station unserer Reise, nach Ningbo, eine der größten Hafenstädte der Welt (noch weit vor Hamburg). Dazu eingeladen hat uns der sympathische Geschäftsführer der DEMAG Plastics Group, Herr Greiff. Nach der Werksbesichtigung der Firma, die Spritzgussmaschinen herstellt, besuchten wir das Hafenmuseum, das uns die lange und interessante Geschichte von Ningbo und dessen Schifffahrt näher brachte. Wir verbrachten zwei Übernachtungen dort nicht in einer Jugendherberge wie angenommen sondern in einem Hotel, das uns die Firma DEMAG sponserte. Nach der Besichtigung des Stadtmuseums, das aus den kleinen Steinen ehemaliger und nun abgerissener Häuser erbaut wurde, bestaunten wir den riesigen Buddha Feng Hua Maitreya auf einem der fünf heiligen Berge und wanderten anschließend in den Jinfeng Bergen zu einem schönen Wasserfall. Wir besichtigten auch Chiang Kai Sheks Geburtshaus und lernten dabei viel über die ereignisreiche Geschichte Chinas in jener Zeit. Abends lud uns der CEO in ein brasilianisches Restaurant ein, was für viele eine willkommene Abwechslung zu der sonst sehr guten chinesischen Küche war.

Am nächsten Morgen brachen wir dann auf, um mit dem Flieger, in die ehemals deutsche Kolonie zu reisen. Tsingtao (Qingdao) bot mit seinem langen schönen Strand und dessen Brandung auch deutsche Architektur, die dort seit über 100 Jahren bestaunt werden kann. Wir besichtigten die Brauerei, in der das weltberühmte chinesische Bier Tsingtao hergestellt wird und probierten dies natürlich auch. Die Brauereikunst lernten die Chinesen von den deutschen Kolonialherren. Dort fiel uns wieder einmal, wie schon die ganze Reise über, die Freundlichkeit der Chinesen auf: hier ein Bild, dort ein nettes Grinsen, da ein paar neugierige Fragen. Die wenigsten von uns fanden dies nervig, sondern eher interessant und lustig und ließen sich gerne mit den Chinesen fotografieren. Nach zwei Übernachtungen flogen wir zu unserer- leider schon letzten Station: der Hauptstadt Peking.

Himmelstempel, Verbotene Stadt, Platz des Himmlischen Friedens sind zwar atemberaubende Sehenswürdigkeiten, deren Geschichte zeigt aber auch, dass China keine weltoffene Demokratie war bzw. ist. Abends gab es dann die berühmte Pekingente zu essen, die ihren Ruhm wahrlich verdient hat, denn sie stach von all den kulinarischen Köstlichkeiten, besonders heraus.

Natürlich ließen wir uns auch nach einem besonders laufintensiven Tag am Abend bei einer „footmassage“ verwöhnen. Manche spürten die Folgen noch am Tag danach.

An unserem letzten Tag in China folgte ein allerletztes Highlight: Der Ausflug zur Großen Mauer, die ihren Namen nicht zu Unrecht trägt, wenn man bedenkt, dass sie nach neuesten Messungen knapp 20.000 km lang sein soll. Wir besuchten ein wunderschönes abgelegenes originales Stück, nur um dank eines Missverständnisses über einen Bergrücken wieder auf der anderen Seite ins Tal zu wandern. Der abenteuerliche Weg war zwar nicht immer einfach, aber es machte der ganzen Gruppe großen Spaß ein wenig zu klettern. Die Enttäuschung, nur so wenig von der Mauer gesehen zu haben, hielt nicht lange an, denn wir fuhren anschließend mit einem Shuttle Bus nach Mutianyu, einem restaurierten Stück. Mit der Seilbahnfahrt nach oben blieb uns eine erneute Wanderung bergauf erspart und wir konnten noch wunderbare Fotos von der grandiosen Aussicht und der langen Mauer schießen. Somit war auch der letzte Tag ein voller Erfolg unserer aufregenden Reise ins Land der Mitte.

Besonders großen Dank gilt unseren Begleitlehrkräften, ohne die das Abenteuer China niemals stattgefunden hätte: Unserem Schulleiter, Herrn Theisinger, der uns in seinem letzten Berufsjahr mit Hintergrundinformationen und Geschichte über China fütterte, Frau Both, die uns als Dolmetscherin und stets lächelnd, diese fremde Kultur nahe brachte, und natürlich Frau Frühwirth-Haberler, die für die gesamte Organisation verantwortlich war. Jeder von uns Teilnehmern wird diesen Austausch in äußerst positiver Erinnerung behalten.

Zu guter Letzt möchten wir noch einen Dank an unsere Sponsoren richten: Die Firmen Alfmeier , DEMAG Plastics Machinery und Start Up Factory..

 

Valentin Ströfer, 11. Klasse, im Namen aller Teilnehmer, Corinna Frühwirth-Haberler, StDin