Chinesisch

East meets West- ein interkultureller Austausch

China 19.03. - 31.03.2018

Unsere Reise begann mit einem 10-stündigen Nachtflug nach Shanghai, bei dem wir vor lauter Aufregung kaum bis gar nicht schlafen konnten. Nach einer verregneten Ankunft in der Megametropole, machten wir uns gespannt zu unserem Hostel auf. Auf unserem Weg durften wir erstmals mit dem Schnellzug „Maglev“ fahren, welcher uns trotz der enormen Geschwindigkeit (300 km/h) und einer 30-minütigen Fahrt nur bis zur Mitte der Stadt brachte. Nachdem wir uns auf die Zimmer verteilt hatten, ging es zum ersten traditionellen chinesischen Essen: Nudelsuppe mit Stäbchen – ziemlich herausfordernd!! Um den schönen Abend noch abzurunden, betrachteten wir den Bund (zentraler Stadtteil am Huangpu River) bei Nacht.

Gut ausgeschlafen begannen wir unseren ersten Tag mit einem Besuch bei der Firma Alfmeier, einem unserer Sponsoren. Dort wurden wir sehr anschaulich von den chinesischen sowie einem deutschen Mitarbeiter, welcher dort ein Austauschjahr verbrachte, in die Tätigkeiten der Firma eingewiesen und bekamen eine Werksführung. Wir durften sowohl das alte als auch das neue Gebäude mit seiner modernen Ausstattung bewundern. Nach einem informativen Vormittag, wurden wir anschließend zum Essen in ein exotisches, botanisch gestaltetes Restaurant eingeladen. Hier durften wir erneut die kulinarischen Kochkünste der asiatischen Kultur genießen. Am Nachmittag ging es weiter zur Start-up-Factory, welche ein neues, effektives Konzept zur Hilfe für mittelständische Betriebe, die auf dem chinesischen Markt Fuß fassen wollen, verfolgt. Dort wurde uns erstmals bewusst, wie verschieden unsere Kulturen doch sind. Am Abend hatten wir dann ein wenig Zeit Shanghai auf eigene Faust zu erkunden.

Am darauf folgenden Tag ging es zum Fakemarket, um die Chinesen besser kennen lernen zu können und unsere Englischkünste beim knallharten Verhandeln zu trainieren. Mit unseren neuen Sachen ausgestattet ging es weiter zum Yuyuan-Garten, bei dem wir erstmals mit dem alten Glauben der asiatischen Kultur konfrontiert wurden. Es ging über eine Zick-Zack-Brücke, welche böse Geister abhalten sollte, weiter in die eigentliche Parkanlage. Unser persönliches Highlight war die Erklimmung des Shanghai-Towers, welcher über 600 Meter hoch ist. Dies ermöglichte uns die traumhafte Aussicht auf die Shanghaier Skyline bei Nacht, welche uns mit den tausend Lichtern sehr beeindruckte.

Am nächsten Morgen besuchten wir noch die Haupteinkaufsstraße und entdeckten einen kleinen Freizeitpark mitten in der Stadt. Mittags ging es dann voller Erwartungen weiter nach Linhai zu unseren Gastfamilien. Schon während der Busfahrt bekamen wir die chinesische Herzlichkeit zu spüren und wurden mit Essen überhäuft. In der Stadt angekommen wurden alle herzlich von unseren Austauschpartnern empfangen und verbrachten anschließend den Abend gemeinsam mit ihnen. Am zweiten Tag besichtigten wir die Schule und wurden dort von den verschiedensten Arbeitsgemeinschaften, wie Drachentanzgruppe, Cheerleaders und Tai Chi-Gruppe auf spektakuläre Weise willkommen geheißen. Zum Kennenlernen spielten wir auf Englisch ein Spiel in einem Klassenzimmer, bei dem wir merkten, dass wir dort eine große Attraktion für alle chinesischen Schüler waren und mit Applaus begrüßt wurden. Nach diesem beeindruckenden Erlebnis wurden wir von einem chinesischen Schüler in das Restaurant seines Vaters am chinesischen Meer eingeladen. Hier durften wir die verschiedensten Köstlichkeiten aus China kennenlernen, welche teilweise sehr speziell waren. Von Kugelfisch über Hühnerkopf und Schweinebeinen war alles dabei. Gestärkt ging es dann weiter auf eine Erdbeerplantage und in zwei neuerbaute Museen - das Stadtmuseum und ein Seidemuseum - wo wir einen tieferen Einblick in die dortige Kultur erhielten. Den Abend verbrachten wir erneut gemeinsam mit den Gastfamilien, welche immer groß und schmackhaft aufkochten.

Der letzte Tag begann mit einer dreistündigen Fahrt zum Meer, dort durften wir erst auf einer Schifffahrt entspannen und anschließend auf einer wunderschönen Insel den Tag genießen. Für einen gelungenen letzten Abend ließen sich die chinesischen Austauschpartner ein vielfältiges Programm einfallen - Kino, Karaoke, Essen - und überhäuften uns mit vielen Abschiedsgeschenken.

Weiter ging es zu unserem dritten Ziel: Ningbo. Hier besuchten wir die Firma Demag Plastics, die Spritzgussmaschinen in China baut und dort vertreibt und uns nicht nur den Aufenthalt in dieser Stadt sponserten, sondern auch ein köstliches Japanisches Essen in Peking. Wir starteten mit der  Werksführung durch den Geschäftsführer, welche wir alle interessiert verfolgten. Am Nachmittag wanderten wir durch einen wunderschönen Naturpark, in dem wir atemberaubende Wasserfälle bestaunen durften. Abends lud uns Herr Greif in ein Restaurant ein, welches die Architektur eines Schiffes verkörperte. Die Nacht verbrachten wir in einem luxuriösen Hotel mit leckerem Frühstücksbuffet.

Am nächsten morgen statteten wir den Mönchen in einem Buddha-Tempel einen Besuch ab und bewunderten ihre Parkanlagen. Daraufhin besichtigten wir ein historisches Museum, das Stadtmuseum Ningbos, welches aus den Steinen abgerissener Häuser erbaut ist. Der Besuch der berühmten Tianyige-Bibliothek (Privatbibliothek) mit über 300.000 Büchern aus ältester Zeit, durfte natürlich auch nicht fehlen. Nach diesen neugewonnenen Eindrücken ging es mit einem Inlandsflug weiter in die Hauptstadt Peking.

An unserem ersten Tag in der Hauptstadt besuchten wir den berühmten Sommerpalast, welcher uns den Reichtum der Kaiserlichen Zeit verdeutlichte. Wir genehmigten uns eine Tretbootfahrt. Zu unserer großen Freude wurde uns noch ein Besuch auf dem dortigen Fakemarket ermöglicht, wo sich einige wegen den vielen liebevollen Geschenken der Gastfamilie einen Handgepäckskoffer kauften. Um unseren Hunger zu stillen, probierten wir abends die traditionelle Pekingente (yummy!).

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Den nächsten Vormittag verbrachten wir in der deutschen Botschaft. Dort hatten wir nach zwei Wochen China das Gefühl, zuhause zu sein. Denn hier gab es normale Klos und uns kamen die Gesichter vertrauter vor. In der Botschaft wurden uns die Aufgabenbereiche eines Diplomaten und die Wichtigkeit der Kooperation mit China nähergebracht. Auch auf unsere manchmal schwierigen und kritischen Fragen bekamen wir ausführliche Antworten durch den deutschen Kulturreferenten. Danach wollten wir den Tiananmenplatz besichtigen, welcher aber leider gesperrt war, da die chinesische Regierung zur gleichen Zeit wohl dort Kim Jong Un willkommen hieß. Dadurch ließen wir uns aber unsere gute Laune nicht vermiesen, sondern bestaunten fröhlich die verbotene Stadt, welche uns alle mit ihrer Größe und dem Prunk beeindruckte. Zum wǎnfàn (chinesisch für Abendessen) hat uns Demag Plastics ein teures japanisches Essen ermöglicht, das wir uns nach den vielen chinesischen Gerichten ausgezeichnet schmecken ließen.

Um auch das Klischee eines Chinatouristen zu erfüllen, durfte natürlich die Chinesische Mauer nicht fehlen. Auf einer 3-stündigen Tour besichtigten wir 24 Wachtürme und genossen die atemberaubende Aussicht, die uns China, das wir bisher nur durch die vielen Megastädte mit viel Verkehr kannten, ganz anders präsentierte, nämlich mit wunderschöner ländlicher Natur. Die Erklimmung der Mauer stellte uns vor Herausforderungen, da die Wege nur zum Teil restauriert und sehr steil waren. Jedoch machte uns dies nichts aus und wir hatten sehr viel Spaß dabei. Die Wanderung auf der Mauer war eines der schönsten Erlebnissen während unseres Austausches und ist definitiv einen Besuch wert.

Am nächsten Morgen verließen wir schweren Herzens und mit schönen Erinnerungen China und flogen zurück nach Hause.

Alles in Allem können wir sagen, dass uns die Reise nach China die Augen geöffnet hat, dass man sich ein Land erst selbst anschauen sollte, bevor man sich auf Erzählungen verlässt. Wir haben nun auch ein besseres Verständnis für Interkulturelle Beziehungen bekommen. Außerdem sind wir der Meinung, dass man seine Vorurteile beiseitelegen und sich ein eigenes Bild machen sollte.

Zusätzlich möchten wir unseren Lehrkräften Fr. Frühwirth-Haberler und Fr. Both danken, uns diesen einzigartigen Austausch ermöglicht zu haben, welchen wir alle in äußerst positiver Erinnerung haben. Natürlich gilt dieser Dank auch unseren Sponsoren, den Firmen Alfmeier (Treuchtlingen und Shanghai), Demag Plastics und der Start-up-Factory, die uns jedes Jahr freundlicher Weise mit Rat und Tat unterstützen, aber auch finanziell unter die Arme greifen.

Melena Popp, Laura Riedl, Sarina Buckel