Chinesisch

Weißenburger Gymnasiasten besuchten Deutsche Botschaft in Peking

Bereits zum siebten Mal jährt sich der Schüleraustausch zwischen dem Werner-von-Siemens-Gymnasium Weißenburg und der Datian Highschool in Linhai, China, an dem dieses Mal 16 Schüler der Q11 teilnahmen. Zusammen mit der verantwortlichen Lehrkraft Corinna Frühwirth-Haberler und der Chinesischlehrerin Yan Both sowie Schulleiter Wolfgang Vorliczky verbrachte unsere Schülergruppe zwei Wochen in China. Wir besuchten die Megametropole Shanghai (26 Mill. Einwohner), die Kleinstädte Linhai (1,2 Mill.), Ningbo (6 Mill.) und die Hauptstadt Peking (22Mill.).

„Was ist nun der größte Unterschied zwischen China und Deutschland?“ eine Frage, die uns daheim von unseren Eltern und Freunden immer wieder gestellt wurde. Was auf den ersten Blick wie eine einfache Frage aussieht, ist aber auch für uns, die wir die Möglichkeit hatten, China besser kennenzulernen, sehr schwierig zu beantworten.

Ein Unterschied, der sofort ins Auge fiel, waren die Dimensionen: alles scheint größer zu sein als in Deutschland. Besonders, wenn man wie wir eine Kleinstadt wie Weißenburg gewohnt ist und sich dann plötzlich in der Megametropole Shanghai wiederfindet mit 11 U-Bahnlinien, 4-spurigen Stadtautobahnen, einem Hochgeschwindigkeitszug, Autos, Scooters und Menschen, wohin man nur blickt. Oder wenn man plötzlich auf dem 632m hohen Shanghai Tower, dem zweithöchsten Gebäude der Welt steht und von dort Wolkenkratzer über Wolkenkratzer sieht, aber eben auch Gebäude aus der Kolonialzeit, dem Bund, und sich so der Größe, aber auch der langen Geschichte Shanghais erst richtig bewusst wird.

Auch die Geschwindigkeit, die China an den Tag legt, ist eine völlig andere als in Deutschland. So entwickelte sich China innerhalb von 40 Jahren von einem Entwicklungsland zu einer wirtschaftlichen Großmacht und zählt heute zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands, wie uns Stephan Greif, CEO der Fa. Demag Plastics, Ningbo, bei unserem Werksbesuch dort anschaulich schilderte.

Die vielen wirtschaftlichen Möglichkeiten deutscher Firmen und ihren Mitarbeitern in China wurden uns besonders durch die Werksführungen bei der Firma Alfmeier in Shanghai, dem Besuch der Startup Factory in Kunshan und dem Besuch bei der Firma Demag Plastics in Ningbo deutlich.

Bei unserer Partnerschule in Linhai wurden wir von unseren Gastfamilien aufs Herzlichste empfangen. Beinahe jeder Wunsch wurde uns von den Augen abgelesen und auch wenn die Verständigung auf Englisch sich mit den Eltern unserer Partner manchmal etwas schwierig gestaltete, verstand man sich am Ende trotzdem gut. Vor allem um unser leibliches Wohl waren die Gastfamilien sehr besorgt und am Ende unseres Aufenthalts wurden wir mit Geschenken nur so überhäuft, so dass sich unsere Koffer kaum schließen ließen. Wir konnten Einblicke in das Schulleben gewinnen und einige Aktivitäten wie den Drachentanz, Tai Chi und HipHop Dancing miterleben. Auch die Ausflüge in die Berge und ans chinesische Meer zusammen mit den chinesischen Schülern zeigten uns, dass China wunderbare Landschaften besitzt und Wanderungen in frischer Luft gut möglich sind. Der Abschied von den Gastfamilien fiel dann auf beiden Seiten auch sehr schmerzlich aus, haben wir doch viele schöne Tage zusammen erlebt.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Ningbo zur Firmenbesichtigung, der Besichtigung einer der ältesten Bibliotheken Chinas und der Besuch einer außergewöhnlichen Akrobatikshow, die die Entwicklung der Hafenstadt bis zum heutigen Tag zum Thema hatte, flog unsere Gruppe dann in die Hauptstadt Peking weiter. Dort waren wir in der Deutschen Botschaft zu Gast und konnten Eindrücke über die Tätigkeit und die Rolle einer Botschaft im Ausland und besonders in China mit all ihren Facetten gewinnen. Themen wie Überwachungskameras, die neue Seidenstraße, eingeschränktes Internet, Familienpolitik und das politische System kamen dabei zur Sprache und wurden mit der dortigen Kulturreferentin kritisch diskutiert. Anschließend besuchten wir, wie alle Touristen, die verbotene Stadt, ein Unesco-Kulturerbe und den symbolbehafteten Platz des Himmlischen Friedens, den größten innnerstädtischen Platz der Welt. Unseren letzten Tag in China verbrachten wir auf der Großen Mauer, wo wir erneut über die Dimensionen der Baukunst Chinas staunten, als wir diese über mehrere Stunden ohne sichtbares Ende bewanderten.

Zum krönenden Abschluss und mit größtem Appetit aßen wir eine weltbekannte kulinarische Köstlichkeit, die Pekingente, bevor wir ins Flugzeug Richtung Heimat starteten.

Abschließend lässt sich sagen, dass wir auf unserer Fahrt ins Reich der Mitte viele neue Kenntnisse und Erfahrungen gewinnen konnten, viele Vorurteile abbauten und der Schüleraustausch trotz oder vielleicht auch gerade wegen der kulturellen Unterschiede ein wunderschönes Erlebnis für uns Schüler aus den beiden unterschiedlichen Kontinenten darstellt. Wir empfehlen auf jeden Fall allen den Austausch weiter.

Abschließend möchten wir uns sehr herzlich bei den uns unterstützenden Firmen und den begleitenden Lehrkräften für diese erlebnisreiche Fahrt bedanken.