Deutschkurse auf den Spuren Goethes und Schillers in Weimar

„Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug, als wie zuvor!“ – Damit es den Schülerinnen und Schülern der Deutschkurse 2D1 und D5 nach der Lektüre von Goethes „Faust“ nicht ebenso ging, wie dem gleichnamigen, tragischen Hauptdarsteller, der stets das Gefühl hat, die Dinge nicht vollkommen zu begreifen, veranstalteten die Kursleiter Dr. Robert Luff und Kathrin Bauer eine zweitägige Studienfahrt nach Weimar.

Die Gruppe brach am 14.10.2012 in den frühen Morgenstunden auf und kam, nach einem kurzen Stopp in der barocken Anlage „Schloss Belvedere“ am frühen Mittag in Weimar an. Weimar ist weithin als „Goethe- und Schillerstadt“ bekannt, die Künstler und Denker wie Wieland, Herder und vor allem auch Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe anzog.

Zunächst besichtigte die Gruppe das „Goethe-Haus“, in welchem Goethe gelebt und gewirkt hat. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler ihr bisheriges Wissen durch die Besichtigung originaler Textdokumente, persönlicher Gegenstände und Goethes Arbeitszimmer, in dem viele seiner Werke entstanden sind, vertiefen. Besonders großer Beliebtheit erfreute sich dabei vor allem Goethes aufwendig bepflanzter und liebevoll gestalteter Garten, der der Gruppe die Möglichkeit zum Verweilen bot.

Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter zur „Anna Amalia Bibliothek“. Diese wurde im Jahre 1691 als öffentliche Bibliothek gegründet und beheimatete bald über 10.000 Bücher. Mittlerweile ist der Bestand sogar auf bis zu einer Million gestiegen, von denen jedoch einige bei einem verheerenden Brand im Jahr 2004 zerstört wurden. Die Rekonstruktionsarbeiten wurden uns in einem Film anschaulich näher gebracht.

Als letzter Programmpunkt stand an diesem Tag noch die Besichtigung der Wirkstätte des zweiten großen Weimarer Dichters an: das „Schiller-Haus“. Hier wurde das Augenmerk vor allem auch auf die Unterschiede zwischen Goethe und Schiller gelegt, die trotz unterschiedlicher Persönlichkeiten eine innige Freundschaft verband.

Nach dem gleichsam interessanten wie umfangreichen Programm bezog die Gruppe schließlich ihre Zimmer in der „Jugendherberge am Poseckschen Garten“. Zur Freude aller Anwesenden fand in Weimar an diesem Wochenende noch der volksfestähnliche „Zwiebelmarkt“ statt, der Gelegenheiten bot für ein Abendessen und anschließend ein gemütliches Beisammensein von Schülern und Lehrern ermöglichte.

Nach einem gemeinsamen Frühstück und einem kurzen Spaziergang über den Weimarer Friedhof stand am Montag eine Stadtführung, die am Schloss Weimar startete, an. Dabei besichteten wir auch Goethes Gartenhaus, das sich im ebenfalls von ihm gestalteten „Park an der Ilm“ befindet. Dort konnten neben einem Shakespeare-Denkmal – dieser stellte für die Vertreter der Weimarer Klassik ein großes Vorbild dar – zum Beispiel auch eine künstliche Ruine entdeckt werden. Die schöne und vielfältige Gestaltung der Anlage wird wohl allen Teilnehmern in Erinnerung bleiben. Nach einer Stärkung und Zeit zur freien Verfügung trat die Gruppe am frühen Nachmittag wieder den Heimweg an.

Insgesamt war die Fahrt für alle Teilnehmer – wegen der guten Stimmung – unterhaltsam und, nachdem wir nun nicht nur „Philosophie Juristerei und Medizin“, sondern sogar die Geschichte Weimars studiert haben, auch sehr lehrreich. Daher nochmals ein herzliches „Dankeschön“ an die Lehrkräfte sowie unseren Busfahrer vom Busunternehmen „Rombs“, der uns souverän chauffierte!

Foto: Theresa Singer, Q12    Text: Zachariasz Hussendörfer, Q12