Schüleraustausch mit Easton (USA)

USA-Austausch Easton 2015

Nach einer sehr langen Reise mit Flug von Nürnberg über Frankfurt nach Newark kamen 17 Schüler und Schülerinnen der 10. Klassen des Werner-von- Siemens-Gymnasium und ihre Lehrkraft Corinna Frühwirth-Haberler endlich in Easton an. Wir wurden am Schulparkplatz der Easton Area Highschool, unserer Partnerschule in Pennsylvania, von unseren amerikanischen Gastfamilien sehr herzlich willkommen geheißen und dann mit in unser neues Zuhause genommen. Wir waren natürlich alle sehr gespannt auf den American way of life.

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Aufgrund des 6-stündigen Zeitunterschiedes waren wir alle sehr müde, mussten am nächsten Tag jedoch früh aufstehen, da wir mit den jeweiligen Austauschpartnern deren Unterricht in der Easton Area High School besuchten. Die Schule ist mit ca. 3000 Schülern um einiges größer als unsere. Auch sonst kann man viele Unterschiede feststellen. Beispielsweise sind dort die Unterrichtsstunden 78min, anstatt 45min lang und die Schüler haben pro Halbjahr insgesamt nur 5 Schulfächer, wie z.B. Mathematik, Geschichte, Deutsch, Sport und Band. Die Klassenzimmer sind alle mit neuester Technik (Apple Laptops & Computer) ausgestattet und die Sicherheitsvorkehrungen sind sehr streng. Alle Schüler müssen sogenannte IDs tragen, um die Schule betreten zu dürfen. Auch die Lehrer müssen diese Erkennungspässe sichtbar tragen. Es gibt uniformierte Security in der Schule, die Eingangstüren sind nach Schulbeginn verriegelt und können nur nach Klingeln von einem Pförtner geöffnet werden. Die meisten Schüler kommen mit den gelb-schwarzen Schulbussen oder werden von den Eltern mit dem Auto gebracht. Fahrradfahrer sieht man nicht.

Wir unternahmen einige Ausflüge wie z.B. nach Philadelphia, die Stadt der Wiege der modernen Demokratie, wo wir einige Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die "Liberty Bell", das National Constitution Center, ein interaktives Museum zum Thema Verfassung und politischen Wahlen besuchten. Natürlich durfte ein Ausflug zum Big Apple nicht fehlen. Alle waren begeistert von dieser riesigen Stadt mit ihren berühmten Sehenswürdigkeiten. Wir besichtigten das Empire State Building, die Freiheitsstatue, den Ground Zero, die Wall Street, den Broadway, den Central Park und zuletzt den Times Square. Natürlich hätten wie noch gerne mehr besichtigt, aber der Tag verging wie im Fluge. Ein weiterer Ausflug führte uns nach Lancaster zu den "Amish People". Dies war für uns eine komplett neue Erfahrung, da die Menschen dort wie in einem früheren Jahrhundert ohne Strom oder modernen Verkehrsmitteln leben. Sie fahren mit horse buggies oder Tretrollern zum Einkaufen. Die Schule besteht aus einem Klassenzimmer, in dem 35 Schüler von der 1. bis zur 8. Klasse, von einer Lehrkraft unterrichtet werden. Sie lernen dort die grundlegenden Dinge, wie Lesen, Rechnen und Schreiben und was sie sonst für das Leben in einer dörflichen Religionsgemeinschaft brauchen. Wir erhielten eine sehr interessante Führung durch die Region, in der die Amish auf ihren Bauerhöfern leben, in der uns viele Informationen über das Schul- und Alltagsleben gegeben wurden und sahen anschließend einen Film, in dem ein junger Mann sich über sein Leben in der Gemeinschaft der "Amish People" Gedanken machte. Die Amish People kamen bereits im Jahr 1681 ursprünglich aus Holland, Deutschland und der Schweiz und siedelten in Pennsylvania, der damaligen englischen Kolonie, die religiösen Minderheiten eine neue Heimat gab, in der sie nicht verfolgt wurden.

An einem Vormittag besuchten wir die Middle School in Easton. Wir waren in mehrern Deutschstunden, um den amerikanischen Schülern dort unsere Kultur und Sprache vorzustellen und näherzubringen. Die Jugendlichen hatten sehr viele Fragen an uns und es entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Länder. Auch manche Klischees auf beiden Seiten wurden gerade gerückt. Die Deutschlehrerin dort war eine russische Immigrantin. Auch der Bürgermeister von Easton, dessen Großeltern ursprünglich aus Italien eingewandert sind, zeigte uns stolz das neue Rathaus und berichtete über Eastons Entstehung. So konnten wir in vielen Gesprächen immer wieder erkennen, dass die USA durch Einwanderer aus allen Herren Ländern aufgebaut wurde. Viele der heutigen Amerikaner zeigen noch immer großes Interesse am Leben und Land ihrer Vorfahren, sind aber auch sehr stolz, auf das, was sie in den USA erreicht haben.

Am Wochenende verbrachten wir unsere Freizeit mit unseren Familien und unternahmen Dinge, wie zum Beispiel den Besuch eines Freizeitparks, Pumpkin-Picking oder Paintball spielen. Wir sahen ein typisches Footballgame der Highschool Mannschaft mit der Band der Schule, den Cheerleaders und vielen enthusiastischen Fans, die ihre Red Rovers unterstützten.

An Halloween trugen wir deutsche Austauschschüler in der Schule unsere Dirndl und Lederhosen, die von den amerikanischen Schülern mit sehr vielen Komplimenten bedacht wurden. Am Abend gingen wir verkleidet zum Trick or Treating und bekamen jede Menge an amerikanischen Süßigkeiten.

Der Abschied von unseren liebgewonnenen Gastfamilien und Partnern war sehr traurig und tränenreich. Pläne wurden bereits für den kommenden Sommer geschmiedet, denn alle freuen sich sehr auf das Wiedersehen mit den amerikanischen Schülern, die im kommenden Sommer zu uns nach Weißenburg kommen.

 

Christina Völk, Mirka Sonntag, Katharina Bittner und Corinna Frühwirth-Haberler