Schüleraustausch mit Easton (USA)

"American Way of Life" - hautnah erlebt

Bericht der Schüler vom diesjährigen Schüleraustauch mit der „Easton Area High School“

Wir, 10 Schüler des Werner-von-Siemens Gymnasiums, besuchten zusammen mit der Lehrkraft Frau Frühwirth-Haberler das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Unsere große Reise über den Teich begann als wir von Weißenburg zum Flughafen München fuhren und von dort  etwa acht Stunden bis zum New Yorker Flughafen JFK flogen.

 

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Nach der Fahrt ins Hotel stand die Erkundung der Stadt auf dem Plan. Der erste Höhepunkt war dabei der Times Square mit seinen berühmten Leuchttafeln, die uns alle in Staunen versetzten. Wir besuchten natürlich auch das Wahrzeichen New Yorks, die Statue of Liberty und Ellis Island, wo bis 1954 viele Einwanderer in den Vereinigten Staaten ankamen, die von dort aus- oftmals nach langem Hoffen und Bangen- ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten Einlass bekamen.  Natürlich fuhren wir auch mit der Subway zum Central Park, um dort die Natur mitten in der Stadt aber gleichzeitig auch den Blick auf die Wolkenkratzer um uns herum genießen zu können. Auch die Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 am Ground Zero durfte nicht fehlen und wir konnten uns auf diesem beeindruckenden Ort ein Bild der Ausmaß  der Zerstörung von damals machen.  Ein weiteres Highlight war der Besuch des Rockefeller Center. Auf der Aussichtsplattform „Top of the Rock“ hatten wir einen spektakulären Blick auf die Skyline von New York bei Sonnenuntergang. Auch auf der für ihre Architektur weltweit bekannten Brooklyn Bridge machten wir einen Morgenspaziergang.  Auf dem Weg zum „Tenement Museum“, wo wir die Geschichte einer deutschen und italienschen Einwandererfamilie aus dem 18. und 19. Jahrhundert näher kennen lernten, kamen wir durch den Stadtteil Chinatown und dachten, wir sind tatsächlich in China angekommen. Auf allen  Straßen- und Ladenschildern leuchteten uns chinesische Schriftzeichen entgegen, in den Läden gab es chinesische Waren  und auf einmal sahen wir auch nur noch Chinesen in den Straßen. Mit Wehmut nahmen wir Abschied von Manhattan. Mit ein wenig Herzklopfen und großer Neugier auf unsere Gastfamilien fuhren mit einem der wenigen öffentlichen Verkehrsmittel in den USA nach Easton. Dort wurden wir von unseren Gastfamilien bereits ungeduldig erwartet und aufs herzlichste empfangen. Während der erste Abend dort vor allem dafür genutzt wurde, unsere „neuen“ Familien kennenzulernen, waren wir schon am nächsten Morgen mitten im Alltag amerikanischer Jugendlicher zusammen mit unseren amerikanischen Gastbrüdern oder - schwestern. Jeden Tag ging es- wie wir es aus amerikanischen Fernsehsendungen kannten- in einem typischen, gelben Schulbus  zur „Easton Area High School“. Nach einem typisch amerikanischen Frühstück mit Bagels und orange juice  mit der amerikanischen Deutschklasse sowie einer Begrüßung durch den Schulleiter und  des Chefs des Schulbezirks Easton an unserem  ersten Schultag, begleiteten wir unsere Austauschschüler in ihrem Schultag. Schnell wurde uns klar, dass es einige Unterschiede zu unserer Schule gibt. Die etwa 3000 Schüler der Klassen 9 bis 12 besitzen alle ein Tablet, welches sie für schulische Aufgaben verwenden dürfen. Diese bekamen sie von ihrer Schule gestellt. Die Länge der Unterrichtsstunden weicht ebenfalls ab: eine Unterrichtsstunde dauert ca. 78 Minuten, was für uns ungewöhnlich lang war. Auffällig war auch die Regelung, dass jeder Schüler aus Sicherheitsgründen seinen Schülerausweis um den Hals tragen musste. Auch wir bekamen Besucherscheine für unseren Aufenthalt ausgestellt. Am Eingang gab es eine Pförtnerloge, bei der sich jeder Besucher melden musste. Auch Polizisten kontrollierten täglich das Schulhaus. Die Schultage waren sehr  interessant  für uns, denn wir lernten das amerikanische Schulsystem, die unterschiedlichen Fächer, wie z.B. study hall und Unterrichtsstile hautnah kennen. Zudem lernten wir viele amerikanische Jugendliche kennen, für die Deutschland ein äußerst exotisches Land darstellte. Doch alle waren sehr interessiert an uns und unserer Heimat und lauschten aufmerksam unseren Präsentationen über unsere Heimatstadt Weißenburg, über Deutschland und unser bayerisches Schulystem.  

Ein weiterer Unterschied zu Deutschland, der uns aufgefallen ist, sind die Größe der Packungen im Supermarkt verglichen mit unseren: z.B. 2 Pound Packungen Popcorn, was ungefähr einem Kilo entspricht, und Arizona Eistee gibt es nicht in Packungen sondern gleich in Kanistern zu kaufen. Die täglichen Müllberge dort sind bei weitem größer als bei uns, denn im Supermarkt wird jeder gekaufte  Artikel in eine eigene Plastiktüte gepackt, das Geschirr ist oftmals aus Plastik zum einmaligen Gebrauch und den coffee-to-go , natürlich auch in Pappbechern, gibt es an jeder Straßenecke zu kaufen.

Durch den Ausflug nach Philadelphia, wo wir die Liberty Bell, die Independence Hall und das nagelneue „Museum of the American Revolution“ ansahen, erhielten wir einen kleinen Einblick in die Anfänge der amerikanischen Nation und konnten so den „Spirit of Independence“ der Amerikaner spüren.

Auf unserem „field trip“ nach Lancaster zusammen mit den amerikanischen Gastschülern erfuhren wir viel über Glaube, Kultur und Lebensweise, der Amish People, einer religiösen Minorität, die im 17. Jahrhundert von der Schweiz aus über Süddeutschland nach Amerika gekommen ist. Die Amish leben zum Großteil von Landwirtschaft und verzichten auf die Errungenschaften der modernen Technik, wie Strom, I-phone und Autos. Sie fahren stattdessen immer noch mit ihren horse buggies und pflügen ihr Land mit Pferden.  

Am letzten Schultag trugen wir unsere Dirndl und Lederhosen in der Schule und sorgten so für große Begeisterung bei den Amerikanern. Wir wurden sogar vom hauseigenen Fernsehsender interviewt. Wir besuchten zusammen mit unseren Gastfamilien ein packendes Football-Spiel der Schulmannschaft aus Easton   gegen die Mannschaft aus dem benachbarten Nazareth. Entsprechend aufgeheizt war die Stimmung im Stadion. Trotz unseren leidenschaftlichen Anfeuerungsrufe musste sich die Heimmannschaft leider gegen den starken Gegner geschlagen geben. Noch besser als das Football-Team der Schule war allerdings die Marching Band, die mit vollem Elan auch berühmte Lieder, wie „Seven Nation Army“ spielte.

Viele der amerikanischen Jugendlichen sind uns in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen, weshalb uns der Abschied sehr schwer fiel und sich auch dementsprechend lang und tränenreich gestaltete, als wir wieder nach Hause fliegen mussten.He Wir freuen uns nun schon sehr auf den Gegenbesuch unserer Freunde aus Amerika im Juni 2018 und bedanken uns ganz herzlich bei den beiden Lehrkräften Frau Doerr (USA) und Frau Frühwirth-Haberler, die durch ihren Einsatz diesen Austausch für uns möglich gemacht haben.