Gewächshäuser im All - endlich gestartet!

Weltall-Forschungsprojekt mit Sensor-Entwicklung ehemaliger Schüler startete nun ins All

Am Montag, den 03.12.2018, startete um 01:18 Uhr (MET) eine Rakete im kalifornischen Vandenberg, USA, die den deutschen Satelliten Eu:CROPIS ins All befördert. Mit an Bord ist eine Sensor-Entwicklung der beiden ehemaligen Schüler Thomas Maier (Abitur 2014) und Lukas Kamm (Abitur 2016).

In den kleinen Gewächshäusern soll kontrolliert werden, ob der Boden ausreichend mit Nährlösung bewässert ist. Dafür entwickelten Thomas Maier und Lukas Kamm vor drei Jahren eigens einen Bodenfeuchtigkeitssensor. Er basiert auf der Beeinflussung eines elektrischen Feldes durch die Wasserkonzentration. Für den Einsatz auf dem Satelliten musste der Sensor zudem klein und energiesparsam sein. Der Sensor ist streifenförmig und in etwa so groß wie ein Eisstiel.

 

Bei "Eu:CROPIS" handelt es sich um ein biologisches Forschungsprojekt, welches maßgeblich von Forschern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde. Ziel ist es, einen Biofilter unter verminderter Schwerkraft zu testen, welcher (im Experiment künstlichen) Urin in Dünger umwandeln kann. Als Indikator für den Erfolg des Experiments dient das Wachstum von Strauchtomatenpflanzen, die mit dem Wasser-Dünger-Gemisch bewässert werden. Das Experiment ist zeitlich in zwei Phasen gegliedert: Im ersten halben Jahr wird durch Rotation des Satelliten eine Mond-Schwerkraft (16% der Schwerkraft auf der Erde) simuliert und Tomaten einmal aufgezogen. Danach wird die Drehgeschwindigkeit erhöht, damit werden marsähnliche Bedingungen nachgestellt (etwa 38% der Erdschwerkraft) und erneut Tomaten gezüchtet. So soll untersucht werden, ob auf anderen Himmelskörpern eigene biologische Lebenssysteme aufgebaut werden können, die die Abfallprodukte von Astronauten in einen Kreislauf bringen.

Ursprünglich war der Start für das erste Halbjahr 2017 geplant. Aufgrund von Verzögerungen beim Raumfahrt-Dienstleister SpaceX wurde der Start um über ein Jahr verschoben. Nun soll die Rakete zum oben angegebenen Zeitpunkt abheben. Bei der Mission "SSO-A Rideshare" werden neben dem Eu:CROPIS-Satelliten noch 63 weitere Mikro- und Würfelsatelliten (sog. Cubesats) auf einen Orbit befördert. Somit ist der Raketenstart auch für das Raumfahrtunternehmen SpaceX ein neuer Meilenstein mit dieser Anzahl an transportierten Payloads. Eu:CROPIS ist ein Mikrosatellit und misst etwas mehr als einen Kubikmeter. Cubesats sind hingegen oft nicht größer als wenige Liter. Der Raketenstart lässt sich im Internet in einem Livestream verfolgen (https://www.youtube.com/watch?v=b7y-FIB99BI).