Kath. Religionslehre

Eine Religionsstunde im Bestattungsinstitut Unger

 Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Thema Tod und Sterben immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird. Gestorben wird im Krankenhaus, Pflegeheim oder Hospiz - Hauptsache abseits des Alltags.

Denn in unserer Welt, in der Erfolg, Gesundheit, Schönheit und ewige Jugend oberste Priorität haben, hat der Tod keinen Platz. 

Jedoch nicht im katholischen Religionsunterricht der 10. Klassen. Der bayrische Lehrplan widmet eben genau diesem Tabuthema ein ganzes Kapitel unter dem Name „Leben an der Grenze: Tod und Jenseitserwartungen“.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit Grenzerfahrungen auseinandersetzen und im Zuge dessen religiöse Handlungs- und Ausdrucksformen kennenlernen.

Wo also geht das besser, als in einem Bestattungsinstitut? 

So durften die katholischen Schülerinnen und Schüler der Klassen 10c und 10e am Dienstag, den 22.11.2016, das Bestattungsinstitut Unger in Weißenburg besuchen.

Frau Unger persönlich nahm die Jugendlichen in Empfang. Neben der Betrachtung  der Räumlichkeiten, der Särge, der Urnen und des Leichenwagens berichtete sie von ihren Erfahrungen im ständigen Kontakt mit dem Ende des Lebens.

Gespannt folgten die Schülerinnen und Schüler den Erzählungen zu ihrem Berufsalltag sowie den verschiedenen Trauer- und Bestattungsriten.

Allerdings konnten nicht nur sie von den Erzählungen profitieren, sondern auch Frau Unger war von dem Besuch und den Fragen äußerst angetan.

So wurde der kurze Unterrichtsgang für beide Seiten zu einer bereichernden und eindrucksvollen Erfahrung.