Politisches Seminar in Pappenheim vom 25.-27.7.2011

"Politischer Umgang mit Arbeitslosigkeit in Deutschland"...

so lautete das diesjährige Thema, mit dem sich Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufe aus den Gymnasien Donauwörth, Schwabach und Weißenburg drei Tage lang intensiv auseinandersetzten.

"Die große Sozialpolitik" ist für viele meist sehr komplex, mit vielen Zahlen und Daten gespickt und oft unverständlich. Direkt betroffen von "Sozialhilfe" sind die wenigsten unserer Schüler  und dennoch - es geht uns alle an, da alle einen Solidarbeitrag leisten müssen.

Zugleich stellt sich die Frage, wie sozial ein moderener Staat sein soll und muss, um eine gerechte und solidarische Gesellschaft zu gestalten und ein Auseinanderdriften zu verhindern.

 

All diese Bereiche wurden von den Schülerinnen und Schülern genau beleuchtet und Fakten dafür gesammelt: Im ersten Teil, den die Schülerinnen und Schüler selbst vorbereitet haben, ging es um folgende Module:

- "Arbeitslosigkeit in Zahlen": Angebot und Nachfrage von Arbeitsplätzen, wie hoch ist die Arbeitslosigkeit, was ist Langzeitarbeitslosigkeit, welche Berufsgruppen sind davon besonders betroffen

-"Leben mit Hartz IV": Wofür ist wieviel veranschlagt? Wieviel Geld gebe ich selbst für bestimmte Dinge aus? Sich einschränken müssen, was bedeutet das? Auswirkungen für den einzelnen

-"Wie sozial muss der Staat sein?": Verfassungskonformität -  Sozialstaat - Verpflichtung zu sozialen Leistungen - menschenwürdiges Leben - europäische Sozialcharta - Geschichte der Hartz IV-Gesetzgebung

-"Wer zahlt was (nicht)?": Steuerquote, Vergleich zu früherer Sozialhilfe, Staatsfinanzen

Im zweiten Teil startete ein Planspiel, in welchem alle SchülerInnen einzelnen Bundestagsfraktionen zugelost wurden und die "Parteibrille" aufsetzten. Sie befassten sich mit der Frage, sollte ein "bedingungsloses Grundeinkommen" eingeführt werden oder nur grundsätzlich die bestehenden Gesetze nachgebessert werden. In "Koalitionsverhandlungen" wurden Mehrheiten für die eigenen Vorschläge gesucht und schließlich unterschiedliche Anträge gestellt, die dann im Plenum zur Abstimmung kamen. Das Prozedere im "Bundestagsplenum" begleitete MdB a.D. Artur Auernhammer mit viel Witz und interessanten Anekdoten.

Letztendlich einigten sich die "ParlamentarierInnen" auf einen Kompromiss: Verbesserung der Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder aus sog. "Hartz-IV-Familien, Verbesserung der Angebote zur Förderung der Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.

Anstrengende aber auch erlebnisreiche drei Tage, aufgelockert durch eine Bootstour auf der Altmühl und angereichert mit einem hochinteressanten Vortrag von PD DR. Huber von der Ludwig-Maximilian-Universität München zum Thema: "Was ist gerecht? - Die Frage nach der Solidarität".

Bestens betreut und vorbereitet wurden unsere Schülerinnen und Schüler durch die beiden Referendarinnen Natasa Peric und Sophie Blume - und natürlich von den Pfarrern Gerhard Schleier und Walter Engeler sowie Robert Zwingel von der Landvolkshochschule Pappenheim - herzlichen Dank dafür!