Impressionen vom Frankreich-Austausch 2018/19

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Am 27. März 2019 brachen 35 aufgeregte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 unserer Schule mit StDin Bianca Uffelmann und OStR Helmut Egen auf zu dem lange herbeigesehnten 9 tägigen Gegenbesuch im Rahmen unseres Austauschprogramms mit dem Lycée Suzanne Valadon in Limoges, im schönen Limousin.

Erste Station unserer Frankreichreise war in diesem Jahr die Hauptstadt der Bourgogne, Dijon, wo wir nach einem ausgiebigen Stadtbummel natürlich auch den berühmten Senf verkosteten und pflichtschuldig die chouette (Eule) an der Kathedrale streichelten, was Glück verspricht – so steht es zumindest in den Französisch-Schulbüchern.

Am folgenden Tag ging es weiter nach Limoges, wo inzwischen noch aufgeregte Jugendliche von ihren Gastfamilien in Empfang genommen wurden. Am nächsten Morgen wurden dann auch erste Eindrücke und Erlebnisse ausgetauscht, wozu auf der langen Busfahrt nach Lascaux auch reichlich Gelegenheit war. In Lascaux besichtigten wir die weltberühmten Höhlenmalereien der Cro-Magnon-Menschen und verbrachten einen sonnigen Nachmittag im idyllischen Städtchen Sarlat im herrlichen Périgord.

Das Wochenende war ganz den Familien gewidmet, die Jugendlichen unternahmen mit ihren Gastfamilien kleinere und größere Ausflüge oder bummelten einfach durch Limoges. Das war an diesem Wochenende besonders interessant, da allein am Samstag 4 Demonstrationen auf dem Programm der Stadt standen – die zum Glück alle ruhig abliefen. Freitag Nacht war bereits eine Bank im Herzen der Stadt bei Randale der gilets jaunes stark beschädigt worden.

Nach einem mehr oder weniger ereignisreichen Wochenende fanden wir uns am Montag allesamt in unserer Gastschule ein. Am Vormittag stand außerdem noch der schwere Gang nach Oradour auf dem Programm, einem kleinen Ort, der kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs von Nazi-Truppen auf grausamste Weise komplett ausgelöscht worden war. Kein angenehmer Programmpunkt, der neben Betroffenheit viele Fragen aufwirft nach dem Warum, und Entsetzen auslöst angesichts dessen, was der Mensch fähig ist, anderen Menschen anzutun. In Zeiten des wieder aufflammenden Extremismus und der In- Frage Stellung der Europäischen Union ist eine Beschäftigung mit den dunkelsten Zeiten unserer Geschichte aber vielleicht wichtiger denn je.

Aber natürlich ging das Programm unserer deutsch-französischen Begegnung fröhlicher weiter. Nach einem leckeren Mittagessen in der cantine der Schule erprobten wir uns in der Schulküche an der Herstellung einer typischen tarte tatin (karamelisierter Apfelkuchen), unter Anleitung von französischen Schülerinnen und Schülern. Außerdem erwarben wir wichtige Einblicke in nachhaltige Landwirtschaft und den vernünftigen Umgang mit Lebensmitteln und Recyling in einem Workshop, der ebenfalls von Schülerinnen und Schülern des Lycée geleitet wurde. Dies stellte vor allem aus sprachlicher Sicht angesichts eines doch recht speziellen Wortschatzes eine Herausforderung dar, die unsere Truppe aber souverän bewältigte. Die köstlichen Kuchen wurden gleich Abends beim deutschen Abend in der Schule zusammen mit Eltern und Lehrern verspeist. Die Tische bogen sich unter einem reichhaltigen Büffet, für das wir auch eigens deutsche Spezialitäten mit nach Limoges gebracht hatten. Ein sehr schöner Abend der deutsch-französischen Begegnung mit vielen Gesprächen und Möglichkeiten zum Austausch mit den Gasteltern.

Der folgende Tag war der Zukunft gewidmet. Mit unserer französischen Gastgebern verbrachten wir einen Tag im Futuroscope in Poitiers, einem futuristischen Freizeitpark. Und schon brach der letzte Tag in Limoges heran, an dem wir erst am Unterricht in den Klassen teilnahmen, bevor wir im petit train eine recht fröstelige Tour durch Limoges antraten. Zum Aufwärmen ging es ins Porzellanmuseum Adrien Dubouché, wo wir auch selbst kreativ tätig wurden und Porzellanteller bemalten. Der gemeinsame Abschluss war die Stadtrallye durch Limoges, in der sich alle sehr ins Zeug legten, um als erste Gruppe wieder an der Schule anzukommen – der erste Preis war schließlich immerhin eine große Box Gummibärchen ;)

Beim Abschied flossen einige Tränen, die begleitenden Lehrkräfte mussten die unwilligen Schülerinnen und Schüler quasi in den Bus schieben. Zum Trost warteten noch ein paar Stunden in Paris bei strahlendem Sonnenschein auf uns, bevor wir nach der obligatorischen Lichterfahrt auf der Seine den Heimweg nach Weißenburg antraten.

Es war eine sehr schöne Zeit, die allen Teilnehmern viele neue Erfahrungen und Kontakte gebracht hat. So manch privater Besuch ist bereits in Planung.

StDin Bianca Uffelmann