Schüleraustausch mit Košice (SK)

Erlös fließt in den Austausch mit der Slowakei

Buchvorstellung im Juni 2018: "Markus Söder - Politik und Provokation"

WEISSENBURG – „Mal ernst, mal humorvoll, nie gehässig“, findet sie die Rheinische Post, „spannend und süffig“ der SWR. Und das Wochenmagazin der FAZ widmete der Biografie über Ministerpräsident Markus Söder eine ganze, wohlwollende Seite. Die Resonanz auf das Buch in den Medien ist nach wie vor enorm und auch im Buchhandel verkauft es sich gut. Geschrieben haben das Buch bekanntlich der Weißenburger Journalist Uwe Ritzer und Roman Deininger, sein Kollege von der Süddeutschen Zeitung. Aber auch Schüler des Werner-von-Siemens-Gymnasium und ihrer slowakischen Partnerschule profitieren davon.

Nämlich in Form von 1000 Euro, die Ritzer gemeinsam mit dem Weißenburger Buchhändler Mathias Meyer und Unternehmer Dr. Karl Friedrich Ossberger an Schulleiter Wolfgang Vorliczky und Studiendirektorin Inge Pfitzinger-Miedel überreicht haben. Es handelt sich um den von Meyer aufgestockten Erlös der ausverkauften Präsentation von „Markus Söder – Politik und Provokation“ im Juni in der Buchhandlung Meyer. Im Zwiegespräch mit Moderator Ossberger hatte Ritzer das Buch dort vorgestellt. Beide hatten auf Honorar und Meyer auf die Eintrittsgelder verzichtet. Der Betrag, so der einhellige Wunsch, sollte politischer Bildung zugutekommen.

Dieses Kriterium erfüllt der von Inge Pfitzinger-Miedel betreute Schüleraustausch der Weißenburger Gymnasiasten mit solchen aus Kosice voll und ganz. Seit 2009 besteht die Verbindung in die mit gut 200 000 Einwohnern zweitgrößte Stadt der Ostslowakei, etwa 400 Kilometer östlich der Hauptstadt Bratislawa. Ende September werden Schülerinnen und Schüler von dort zu einem einwöchigen Besuch in Weißenburg erwartet. Auf dem Plan steht dann auch ein spezieller Workshop von Gymnasiasten beider Länder im Nürnberger NS-Dokumentationszentrum, der durch das Spendengeld von der Buchvorstellung ermöglicht wird. „Große Themen dort und bei dem Besuch überhaupt werden der europäische Gedanke, sowie der Kampf Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sein“, sagt Pfitzinger-Miedel. „Wir wollen gemeinsam über Anderssein und den Abbau von Ressentiments nachdenken.“ Denn während in Deutschland die Feindlichkeit nicht nur gegenüber Flüchtlingen wächst, werden in der Ostslowakei vor allem Sinti und Roma ausgegrenzt und angefeindet.

Pfitzinger-Miedel und Schulleiter Vorliczky dankten den Spendern – und damit vor allem den zahlenden Besuchern der Buchpräsentation. Mathias Meyer, Karl Friedrich Ossberger und Uwe Ritzer äußerten die Überzeugung, dass der Schüleraustausch ein wirksamer Beitrag gegen den wachsenden Nationalismus und Populismus ist, der den europäischen Gedanken von Frieden, Freiheit und Demokratie in vielen Ländern gerade torpediert.