Theater

Erfolgreich beim 30. mittelfränkischen Jugendfilmfestival 2018

Das Team, bestehend aus ehemaligen und aktiven Schülern des WvS-Gymnasiums, nahm erfolgreich am mittelfränkischen Jugendfilmfestival teil. Ihr Kurzfilm wurde am Samstagabend (10.03.2018) im Cinecitta vorgeführt, holte den zweiten Preis in der Kategorie „Talent“ und von der Jury für das kommende bayerische Finale vom 21. -24. Juni in Roth nominiert.

 

 

Das Team, bestehend aus: Gerrit Raabe (Regie)/ Kai Uffelmann und Lukas Flierler (Produzenten)/ Franz Mühlöder, Franziska Färber, Karoline Reuthner, Max Schaffrath (Schauspieler), die alle ihren Weg zum Film über das Oberstufentheater unter der Leitung von OStR Jan Cumme fanden/ Jonas Schmidt und Katja Uffelmann (Kamera)/ Fabian Lensing (Ton)/ Sarah Engeler (Maske)/ Jule Engeler (Klappe und Overview) und Fritz Napokoj (Technische Leitung), überzeugte die Jury vor allem durch eine berührende Geschichte, sehenswerte Kameraeinstellungen, mitreißendes Schauspiel, passenden Schnitt und guten Ton.

Der ca. 30-minütige Kurzfilm kann auf Youtube unter https://www.youtube.com/watch?v=TTCC2Pb4PK4 aufgerufen werden.

 

Metapher D´Sihad / Peer Gynt 2014

Metapher D´Sihad / Peer Gynt (Nuran David Calis)

 

"Children of the Ghetto", tönte es aus den Lautsprechern, als unsere drei Peer Gynts die Bühne betraten. Es ist das angestammte Recht des Theaters, auch einmal zu irritieren oder zu provozieren. Und so fiel die Wahl auf eine etwas delikate Adaption von Ibsens Klassiker Peer Gynt. Darin finden sich zwar viele Passagen des Originals, aber die Handlung wurde in die Problemviertel moderner Städte verlegt. Der junge Halbwaise Peer Gynt ist nicht nur von seiner Biographie als Zugewanderter her Außenseiter, sondern erfährt dies auch auf Schritt und Tritt. Von seinen kumpelhaften Freunden wird er nicht für voll genommen, bei Mädchen kann er nicht landen, Konkurrenten ist er unterlegen. Dafür flüchtet er sich in eine Welt von Lügen und Großspurigkeit. Seine Mutter Aase wirft ihm das zwar vor, folgt ihrem Sohn aber auf alle Lügengeschichten und hält zu ihm. Nach seinen Misserfolgen lässt sich Peer mit dem Unbekannten ein: Was im Original die Welt der Trolle ist, trägt in der Version von Calis Züge eines Gangsterclans. Peer wird erst von der Grüngekleideten verführt und anschließend von deren Bruder erpresst und ver- prügelt. Wieder zurück beschließt er im Frust über den Tod der Mutter, es der Welt heimzuzahlen. Er steigt zum reichen Nachtclubbesitzer auf, sein schmieriges Umfeld liefert ihm wunschgemäß die Verklärung seiner Persönlichkeit. Auf dem Höhepunkt des Triumphs steigert sich sein Wunsch zum Wahn, rauschhaft bringt er die Prostituierte Anitra um. Die Schuld wiegt doppelt schwer, denn er erfährt, dass die seine eigene Tochter war.  Er kommt mit dem Leben davon, muss aber Anitras Zuhälter sein Vermögen über- schreiben. Damit beginnt sein Absturz: Der alte Gynt findet sich mit anderen Bettlern unter einer Brücke wieder. Den Tod vor Augen erkennt er, dass er in seinem Leben nie er selbst war. Der Aufforderung, Bilanz zu ziehen und seine Identität zu erklären, kann er nicht nachkommen, bis ihm Erlösung in Gestalt seiner alten, von ihm zwischendurch verschmähten, aber treuen Jugendliebe Solveig winkt. Ihr Glaube an ihn ist nicht wankend geworden, in ihren Armen stirbt er schließlich.

Reizvoll: Alle drei Peers - jung, mittel und alt - sind immer auf der Bühne, die Handlung springt zwischen den Zeitebenen hin und her. Die beschränkten Mittel einer Schulbühne erzwingen Einfallsreichtum und Improvisation. Dafür gibt es starke Einzelszenen, die mitunter allerdings etwas Mut erfordern. Gewalt, sprachliche Drastik und schwüle Erotik sind hier nicht Selbstzweck, sondern Teil der Handlung und bedeutungstragend. Lieblich ist das Stück nicht, aber wie gesagt, wenn das Theater sich nicht mehr traut, auch einmal zu provozieren, droht die Verflachung.