Am Mittwoch, den 14.01.26, machten sich die Schülerinnen und Schüler des W-Seminars Biologie „Biochemie zum Anbeißen“ mit ihrer Seminarleiterin, Frau StDin Claudia Breutel-Egner, auf den Weg nach Bamberg, um dort vertiefte Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten, die Benutzung einer Universitätsbibliothek und die Verwendung von KI zu gewinnen.
Nach einer relativ problemlosen Anreise mit der Bahn und einem kurzen Fußmarsch wurden die Seminarteilnehmer am Eingang der Universität Bamberg von Herrn Prof. Dr. Thomas Egner, dem Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Betriebliche Steuerlehre, begrüßt.
Herr Prof. Dr. Egner leitete die Gruppe zunächst in den extra für die Schülergruppe reservierten Seminarraum, in welchem bereits Frau M.Sc. Pia Müller-Schmitt, eine Mitarbeiterin des Lehrstuhles, auf unsere Schülerinnen und Schüler wartete.
Nach der offiziellen Begrüßung gab Herr Prof. Dr. Egner zunächst einen kurzen Überblick über den geplanten Verlauf des Tages und stellte dann die Universität Bamberg vor. Beginnend mit der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt über die zum Teil zur Universität gehörenden Altbauten sowie weiteren universitären Räumlichkeiten bis hin zu den unterschiedlichen Fakultäten mit ihren zum Teil sehr speziellen Studienangeboten. Anhand der Betriebswirtschaftslehre erläuterte der Professor den Verlauf eines Studiums, der in Bamberg stets ein umfassendes Bachlorstudium beinhaltet, an das sich die Spezialisierung im Masterstudium anschließt. Zur weiteren Information wies Herr Egner auf unterschiedliche Veranstaltungen der Universität hin und gab jedem Schüler eine Mappe mit unterschiedlichen Broschüren an die Hand.
Im Anschluss daran gab er eine detaillierte Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Schwerpunkte dieser Einführung waren die Themenfindung und -formulierung, die dem Professor besonders wichtige Formulierung der daraus resultierenden Problemstellung sowie der grundsätzliche Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit und die wissenschaftliche Methodik. Diese Punkte wurden zum Teil auch an konkreten Beispielen „alter“ Seminararbeiten anschaulich erläutert.
Danach übernahm Frau M.Sc. Pia Müller-Schmitt die Vorstellung der Arbeit mit KI, insbesondere unter dem Aspekt im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit. Da der Lehrstuhlinhaber als Vorstandsmitglied des „IDSt – des Instituts für Digitalisierung im Steuerrecht“ und jahrzehntelanger Kooperation mit der DATEV seit langem einen Teil seiner wissenschaftlichen Arbeit im Bereich der Digitalisierung angesiedelt hat, erwartete das Seminar nun hohe Kompetenz und Erfahrung auf diesem Gebiet. Frau Müller-Schmitt promoviert momentan zum Thema „KI in der Steuerberatung“ und ist daher mit Inhalten wie Digitalisierung als auch Datenanalyse und Sicherheit im Umgang mit KI mehr als nur gut vertraut. Im Vortrag „Einführung in den Umgang mit KI beim Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten“ wurden den Schülerinnen und Schülern zunächst einige Möglichkeiten, die die KI im Umfeld wissenschaftlicher Arbeiten bietet, vorgestellt. Neben der Vorstellung einiger geeigneter Chatbots wurde auch deren „Einsatzgebiet“ wie Textgenerierung oder Quellensuche thematisiert. Frau Müller-Schmitt vertrat die Meinung, dass „man lernen muss, KI zu nutzen, da sie künftig das Berufsleben beeinflussen wird“. Dabei zeigte sie aber auch die Grenzen der KI am Beispiel der Literatursuche und der Angabe der verwendeten Quellen deutlich auf. Sie wies anhand beeindruckender Beispiele, in welchen die KI zumindest die Quellenangaben, hin und wieder sogar die Inhalte, „halluziniert“ hatte, deutlich auf die absolut nötige „menschliche“ Kontrolle hin. Man kann die KI nicht alles machen lassen, sondern muss deren Ergebnisse stets kritisch hinterfragen, was eben doch eigenes Wissen voraussetzt. Auch wurde die oftmals nicht ausreichende wissenschaftliche Tiefe, der häufig fehlende Zugriff auf Online-Datenbanken und die aufgrund der im Hintergrund immer nötigen Übersetzung Englisch-Deutsch vorhandene Schwierigkeit der fachsprachlich exakten Umsetzung verdeutlicht. Zudem war es der Referentin ein Anliegen, ein Bewusstsein für die „ethischen Grenzen“ der KI zu generieren. Ob man diesbezüglich den enormen Energieverbrauch und damit verbundenen hohen ökologischen Fußabdruck – ein KI-Task entspricht dem Energieverbrauch von 10 Googlesuchen! - oder den Aspekt einer möglichen Einflussnahme im Hintergrund betrachtet, all diese Sachverhalte sollten beim Einsatz bedacht werden.
Nach dieser arbeitsintensiven Phase wurde die Gruppe von Herrn Prof. Dr. Egner in die Mensa geleitet, wo sich alle auf Einladung des Lehrstuhles stärken konnten.
Im Anschluss an die Mittagspause stellte Herr M. Sc. Thomas Lorenz, der als Mitarbeiter des Lehrstuhls üblicherweise Studenten die Methodik wissenschaftlicher Arbeiten für Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten vermittelt, nun den Schülern die praktische Umsetzung in MS Word vor. Er erläuterte sehr anschaulich wie beispielsweise eine Gliederung, ein Inhalts-, Literatur-, Abkürzungs-, Abbildungs- und Symbolverzeichnis sowie ein Titelblatt mit Hilfe von Word erstellt werden kann. Die korrekte Zitation und unterschiedliche Zitierweisen verschiedener Quellen wurden in diesem Rahmen ebenso besprochen wie das Vorgehen bei der Formatierung des Textes. Die Schüler konnten all diese Punkte an den mitgebrachten Tablets bzw. Laptops begleitend zum Vortrag selbstständig anwenden und üben. Schließlich hatte jeder Schüler eine Vorlage, die nun „nur noch“ mit Inhalten gefüllt werden muss auf seinem Gerät gespeichert. Abschließend wurde den Schülerinnen und Schülern die Kontaktdaten von Herrn Prof. Dr. Egner und Herrn Lorenz mit der Aufforderung, sich jederzeit mit Fragen an sie zu wenden, an die Hand gegeben.
Nach diesem sehr lehrreichen, aber auch anstrengenden Tag wurden die Schülerinnen und Schüler von Herrn Prof. Dr. Egner verabschiedet und machten sich wieder auf den Weg nach Hause.
Das Seminar bedankt sich ganz herzlich bei Herrn Prof. Dr. Egner für die Organisation und Unterstützung dieser Veranstaltung. Ebenso gilt unser Dank Frau Müller-Schmitt und Herrn Lorenz, die sich unserem Anliegen mit großem Engagement und viel Geduld angenommen haben. Die Teilnehmer des W-Seminars werden sicherlich nicht nur bei der Erstellung ihrer W-Seminararbeit von den an diesem Tag vermittelten Inhalten enorm profitieren.
Text: StDin Claudia Breutel-Egner










