Lesungen

Theatro LieBido: Urfaust in 13 Bildern

Dass Literatur sehr lebendig sein kann und hautnah zu erleben ist, bewies das Einmanntheater Theatro LieBido, das den Schülern der Q11 in der Mensa unseres Gymnasiums „Urfaust in 13 Bildern“ zeigte. Der freischaffende Schauspieler, Schauspiellehrer und Schauspielpatient der LMU München, Michael Jaques Lieb, gründete bereits 1997 das Theatro LieBido und spielt seitdem den Urfaust vor allem in Schulen und Gymnasien im In- und Ausland.

In 80 Minuten brachte Michael J. Lieb den Schülern der Q11 das Drama „Urfaust“ von Johann Wolfgang von Goethe durch eine sehr interaktive Spielweise näher. Da Michael J. Lieb alle Rollen selbst darstellte, wie die Hauptcharaktere Gretchen, Mephisto und Faust, aber auch Nebenrollen, wie einen Schüler, mehrere Gesellen und einen Geist, forderte das Stück große Aufmerksamkeit und Hintergrundwissen von den Schülern. Durch deutliche Veränderungen der Körpersprache, Mimik und Gestik wurde ein Charakterwechsel deutlich. Meist nutzte der Schauspieler die sitzenden Schüler als stumme Gesprächspartner in Dialogen, wobei er selbst die sprechenden Rollen übernahm. Er ließ es auch nicht aus den einen oder anderen Zuschauer auf die Bühne zu holen. Hinzu kam, dass Herr Lieb den gesamten Raum nutzte und auch hinter den Schülern herumlief und diese miteinbezog, wodurch er die Aufmerksamkeit aller auf sich zog.

Die Sprache und der Text waren angelehnt an das Original von Johann Wolfgang von Goethe, doch manche Passagen wurden verkürzt und Veränderungen vorgenommen, um das Stück aufzulockern und es den Zuschauern näher zu bringen. Die Benutzung heutiger Technik sprach die Schüler an, sowie die zwischendurch gespielte Musik, welche Gesagtes verdeutlichte, einen Szenenwechsel demonstrierte oder Leitgedanken hervorhob. Besonders in der zweiten Hälfte  wurde die Stimmung ernster durch die zunehmende Verzweiflung der dargestellten Charaktere.

Insgesamt verlor das Stück trotz  amüsanter Szenen seinen ernsthaften Hintergrund nicht und gab den Schülern einen lebensnahen, authentischen Einblick in das Drama „Urfaust“.

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Text: Lisa Ntomos, Q11, Bilder: OStR Oliver Modlmeir

 

 

 

Donnerndes Deutschtheater

 

Der Schauspieler Michael Jacques Lieb ließ in der Mensa für die Q11 gleichzeitig Faust, Mephisto und Gretchen zum Leben erwachen.

Faust - welchem Schüler begegnet diese zeitlose Lektüre nicht irgendwann auf dem Weg zum Abitur? Doch Freunde trockenen Stoffes sind wir ja alle nicht, was natürlich auch Herr Modlmeir und Herr Luff wissen, die deswegen in diesem Schuljahr wieder einmal Herrn Lieb engagiert haben, der uns seine Interpretation des „Urfaust“ präsentierte, wodurch Fausts Dramatik und seine innere Zerrissenheit und Qual eine ganz andere Dimension erreichten.

Ein ungewohnter Anblick: Die Mensa ohne Tische mit schräg zur Bühne gestellten Sitzreihen und besonders vielen Durchgängen, was durchaus bei Theaterstücken sehr selten der Fall ist und einen starken Einbezug des Publikums bereits erahnen ließ. Noch viel skurriler war die Person, die dann vom Eingang her langsam und musikalisch begleitet zur Bühne schritt: Zwei verschiedene Schuhe, eine halb weiße, halb dunkle Maske, mittelalterliches Mieder, ein Mantel wie Sherlock Holmes.

Bereits bei seinem Einzug verbreitete der Schauspieler eine beinahe angsteinflößende Stimmung und besonders durch seine eindringliche Schilderung der Existenzkrise Fausts, den er mit wilder Gestik äußerst eindrucksvoll und glaubwürdig verkörperte, bekam er bald die volle Aufmerksamkeit der müden Schüler, die sich am Anfang noch in Wochenendstimmung befunden hatten...

 

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Text: Corinna Huber und Tabea Goppelt / Bilder: Oliver Modlmeir

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